Putzier legt 100-Tage-Programm vor: „Daran lasse ich mich messen"
Landratskandidat nennt Fristen für Energiewende, BBS Campus und Schülerbeförderung – öffentliche Bilanz nach 100 Tagen zugesagt
Kurz vor der Landratswahl im Landkreis Uelzen hat Jan Henner Putzier ein 100-Tage-Programm veröffentlicht. Darin benennt der Landtagsabgeordnete zehn Vorhaben, die er im Fall seiner Wahl in den ersten 100 Tagen im Amt anstoßen will. Jeweils mit einer konkreten Frist, transparent und überprüfbar. Am Ende der 100 Tage will er öffentlich Bilanz ziehen.
„Versprechen sind im Wahlkampf schnell gemacht. Mir ist wichtiger zu sagen, was ich in den ersten 100 Tagen konkret anfange und woran man mich danach messen kann", sagt Putzier. „Deshalb steht in diesem Papier nichts, wofür der Landkreis nicht zuständig ist. Kein Punkt braucht ein Wunder. Die meisten brauchen vor allem eins dass sich jemand darum kümmert und dranbleibt."
Energiewende: Taskforce in den ersten 30 Tagen
Der erste Punkt des Programms betrifft die Windenergie. Putzier will binnen 30 Tagen eine Taskforce Energiewende als Stabsstelle direkt beim Landrat einrichten und dem Kreistag noch innerhalb der 100 Tage einen ersten öffentlichen Bericht nach dem Ampelprinzip vorlegen – danach vierteljährlich.
Bildung: Zeitplan für den BBS Campus, Anträge fürs Mittagessen
Für den Berufsschulcampus kündigt Putzier in der ersten Woche einen vollständigen öffentlichen Statusbericht zu Zeitplan, Kosten und Risiken an, danach ein monatliches Bau-Update. Beim Ziel eines kostenlosen Mittagessens im Ganztag setzt er auf einen ersten Schritt, der ohne neue Beschlüsse möglich ist: Anträge sollen einfacher werden, die Beratung soll aktiv an die Schulen gehen, und die tatsächliche Inanspruchnahme soll erhoben und veröffentlicht werden.
Schulbus, Wohnen, Verwaltung
Weil der Landkreis den Busverkehr selbst plant und bestellt, will Putzier innerhalb der 100 Tage einen gemeinsamen Fahrplan-Check aller Schul- und Ausbildungslinien mit Verkehrsunternehmen und Schulen: keine Stehplätze auf langen Schulwegen, Fahrpläne passend zu den echten Anfangszeiten, ein Ferienfahrplan, der Auszubildende nicht abhängt. Beim Thema Wohnen sollen die Bearbeitungszeiten der Bauaufsicht veröffentlicht und beschleunigt, eigene Flächen und Gebäude des Landkreises geprüft und ein Runder Tisch mit Kommunen und Wohnungswirtschaft einberufen werden.
Für das Kreishaus kündigt Putzier ein Serviceversprechen an: Jede Anfrage soll innerhalb von fünf Arbeitstagen eine Antwort bekommen, notfalls die Auskunft, bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. Dazu kommen ein Fahrplan für das digitale Kreishaus und eine Befragung der Beschäftigten. „Wer den Fachkräftemangel im Kreishaus ernst nimmt, muss zuerst die eigenen Leute einbinden und fragen", so Putzier.
Weitere Punkte des Programms sind der Start einer kreisweiten Schwimmoffensive sowie kommunale Hitzeschutzpläne. Die Zuhörtour, mit der Putzier seinen Wahlkampf begonnen hat, soll als feste Sprechstunde „Landrat vor Ort" reihum in jeder Stadt, Samt- und Einheitsgemeinde fortgesetzt werden.
„Zuhören hört am Wahltag nicht auf", sagt Putzier. „Nach 100 Tagen lege ich öffentlich Rechenschaft ab: Was ist erledigt, was läuft, was hat nicht geklappt und warum. In derselben Reihenfolge wie im Programm. Das ist für mich das neue Miteinander. Nicht ein weiteres Papier, sondern eine andere Art, mit den Menschen umzugehen."
Das vollständige 100-Tage-Programm abrufbar unter: miteinander-ue.de